Im Studium wird die aktuelle Restaurierungsethik gelehrt. Sie besagt im Groben, dass restauratorische Eingriffe zurückhaltend und nur auf das Nötigste beschränkt werden sollten. Ergänzungen sind gerechtfertigt, wenn sie nötig sind, um das Objekt konstruktiv oder in seiner Aussagekraft zu erhalten, zu konservieren.
Doch das ist eine museale Ansicht.
Welcher private Antiquitätenbesitzer bezahlt für eine Restaurierung, wenn er am Ende ein unvollständiges Möbel oder Bild oder dergleichen wiederbekommt?
Ich selbst habe auch wenige Antiquitäten und auch ich möchte diese in meinen heimischen vier Wänden benutzen können. Dabei sollen sie natürlich auch “ordentlich” aussehen. Allerdings bin ich so geschult, dass ich auch kleine Fehlstellen, Flecken oder ander optische Beenträchtigen akzeptiere. Ich stelle meine optischen und praktischen Ansprüche gegenüber konservatorischer Belange zurück.
Doch bei Privatpersonen kann man dieses Verständnis nicht voraussetzen. Häufig wünschen sie, dass ihre Möbel wieder “wie neu” aussehen sollen – oder gar in ihre übrige Raumgestaltung eingepasst werden sollen.
Wenn der sogenannte Laie wüsste, wie das alte Möbel aussah, als es wirklich neu war…. Dann würde er es nicht fordern. Denn eigentlich mag er doch nur die schöne gealterte Oberfläche.
Was ist dann aber mit “wie neu”, “wieder schön”, “aufhübschen” oder “erstrahlt in altem Glanz” gemeint? Und sind diese Begriffe nicht sowie so rein subjektiv?
Für uns Konservatoren/Restauratoren ist das ein ständiger Konflikt – wenn wir nicht gerade in einem Museum arbeiten. In meiner bisherigen Praxiserfahrung musste ich bisher glücklicherweise kaum Verantwortung dafür übernehmen, was ich restauratorisch dürchführe und was nicht. Doch ich habe mich trotzdem immer gefragt, was man vertreten kann und was nicht.
Und ich frage es mich immer noch ständig – denn so etwas kann man im Studium nicht lernen.
geschrieben am 16. August 2010 um 20:10 Uhr von Uta Mulatsch
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In dieser Episode des Ratgebers für Antiquitätenbesitzer und Andere geht es um den Einfluss der Temperatur auf antike Möbel.
Es werden die Zusammenhänge von Temperatur und Abbauprozessen dargestellt. Dazu werden Schadensbilder erklärt, die auf einen Hitzeschaden hindeuten. Vorbeugende Schutzmaßnahmen, um solche Schäden zu vermeiden, werden abschließend vorgeschlagen.
Literatur:
Hildbert, Günter: Sammlungsgut in Sicherheit, Berlin 2002
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hg.): Vorsorge, Pflege, Wartung. Empfehlungen zur Instandhaltung von Baudenkmälern und ihrer Ausstattung. München 2002 (Denkmalpflege Informationen Ausgabe A88).
geschrieben am 13. August 2010 um 17:21 Uhr von Uta Mulatsch
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Während des Bachelor-Studiums habe ich dieses Architekturmodell eines chinesischen Salons untersucht.
Auch wenn nichts Genaues zum Urheber, Entstehungsanlass und -zeit bekannt ist, ist es doch ein besonders interessantes Stück. Das liegt vorrangig an seinem Materialmix aus Holz, Papier, Pappe, Textil, Fassung und Metall.
Von Außen ist es unscheinbar: äußerst schlicht gearbeitet, monochrom rosa gefasst. Ursprünglich verbarg das schlichte, geschlossene Äußere den Einblick – wie ein Schuhkarton.
Das Innere ist dafür aber umso komplexer und detailierter gestaltet: der Raum war ursprünglich sehr aufwändig plastisch gegliedert. Die Wandgestaltung greift diese Gliederung wieder auf.
Das verwendete Papier ist komplett von Hand bemalt! Durch die große Oberfläche ist das äußerst beeindruckend.
Umso trauriger ist es, dass dieses Modell nur noch äußerst fragmentarisch erhalten ist.
Nach der rein konservatorischen Reinigung und Festigung sowie der Anfertigung einer Lagerungs- und Transportverpackung, ist die vorhandene Substanz gesichert.
Im Master-Studium werde ich versuchen, weitere Untersuchungen durchzuführen, um vielleicht näheres zur Entstehungszeit und dergleichen sagen zu können. Und wenn die Eigentümer dies wünschen, werde ich wahrscheinlich auch eine Ergänzung der Säulen und Balustraden durchführen.

geschrieben am 3. August 2010 um 14:29 Uhr von Uta Mulatsch
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Da diese Seite gerade einmal einen Tag alt ist und mir ihr “Erfolg” sehr am Herzen liegt, bitte ich euch – alle Besucher dieser Seite – um konstruktive Kritik.
Ihr könnt mir über Kommentare oder per Mail über das Kontaktformular eure Meinung und Verbesserungsvorschläge schicken.
Falls euch das Design nicht gefällt, falls euch die Seite zu unübersichtlich oder unpraktisch ist, falls ihr euch noch weitere nützliche Dinge, wie Foren usw. wünscht, dann schreibt mir das bitte.
Diese Seite soll anwenderfreundlich sein!
Vielen Dank für eure Mithilfe!
geschrieben am 14. Juni 2010 um 16:55 Uhr von Uta Mulatsch
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Liebe Besucher,
im Anschluss finden Sie meine zweite Folge mit dem Thema “Künstliche Beleuchtung”.
geschrieben am 13. Juni 2010 um 21:27 Uhr von Uta Mulatsch
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Heut habe ich im Juni-Heft von Stiftung Warentest einen Artikel (S.70-73) über Hitzeschutzfolien für die Fenster gelesen.
Dabei ging es zwar vorrangig um IR-Schutz und nicht, wie in meiner letzten Podcast-Episode, um UV-Schutzfolien, doch es wurden einige interessante Punkte in dem Artikel aufgezeigt.
Es wurde in dem Artikel empfohlen, solche Folien auf die Außenseite der Fenster zu kleben, damit die Wärmestrahlen nicht zweimal durch das Glas gehen müssen und so die Scheiben aufheitzen. Daraufhin habe ich überlegt, warum man UV-Schutzfolien dann meist innen aufklebt. Doch ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei UV-Schutz anders verhält: Glas filtert ja bereits Teile der UV-Strahlung (UV-B und -C) heraus. So kann ich mir vorstellen, dass die Filterwirkung erhöht wird, wenn das Tageslicht erst durch das Glas und dann durch die Folie muss. Außerdem glaube ich, dass so auch die Folien länger halten.
Besonders interessant an dem Test von Stiftung Warentest fand ich, dass diese Hitzeschutzfolien nicht nur im Sommer die Räume kühlen, sondern auch im Winter. So muss man im Winter mehr heizen, was natürlich auf den Geldbeutel schlägt. Zudem filtern viele dieser Hitzeschutzfolien viel Tageslicht heraus und machen die Räume dunkel. Das hat natürlich zur Folge, dass man früher das Licht anschalten muss.
Ich konnte bisher diese Aspekte bei UV-Schutzfolien nicht erkennen. Bei der richtigen Folienwahl werden die Räume kaum verdunkelt. Und merklich kühler wurden die Räume dadurch auch nicht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich solche UV-Schutzfolien nur aus Museen kenne.
Dennoch war der Artikel in Stiftung Warentest sehr interessant. Auch wenn vieles logisch ist, was darin stand, war es für mich noch einmal wichtig, alles beieinander zu haben.
geschrieben am 13. Juni 2010 um 21:17 Uhr von Uta Mulatsch
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Liebe Besucher meiner Seite,
es ist vollbracht! Die erste Episode meines Podcasts ist fertiggestellt.
Dieser Podcast ist ein akustischer Ratgeber, der Ihnen Hinweise und Anregungen zum richtigen Umgang mit Ihren antiken Möbeln gibt – damit diese Ihnen lang erhalten bleiben.
Hier wird zunächst der Schutz vor schädigendem Tageslicht mit drei Methoden vorgestellt und erläutert.
Weiterführende Literatur:
Hilbert, Günter S.: Sammlungsgut in Sicherheit. Berlin 2002.
Bayerisches Landesamt für denkmalpflege (Hg.): Vorsorge, Pflege, Wartung – Empfehlungen zur Instandhaltung von Baudenkmälern und ihrer Ausstattung. München 2002 (kostenlos zu bestellen über: pressestelle@blfd.bayern.de oder 089/21140).
geschrieben am 7. Juni 2010 um 11:04 Uhr von Uta Mulatsch
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