Restauratoren – ein Volk für sich!? [Teil 2]

Die Welt der Restauratoren ist klein. Man kennt sich – zumindest in den gleichen Bildungskreisen.

Ich behaupte, die meisten akademischen Restauratoren haben wenig bis gar nichts mit Restauratoren im Handwerk zu tun.

Warum?

Während des Studiums wurde uns vermittelt, wir sollten uns nicht mit Handwerkern auf eine Stufe stellen. Theoretisch stimme ich dem zu, aber sind akademische Restauratoren besser als Restauratoren im Handwerk? Was unterscheidet diese beiden Berufsgruppen von einander? Handeln handwerkliche Restauratoren nach einer anderen Ethik als die Akademiker? Können sie etwa weniger?

Nach meinen Recherchen und einer netten E-Mail-Korrespondenz mit Dipl.-Ing. Frank Sprenger, dem Geschäftsführer des Verbands der Restauratoren im Handwerk e.V., weiß ich, dass wir alle nach der gleichen Ethik, den gleichen Restaurierungstheorien handeln. Restauratoren im Handwerk lernen genau so Kunsthistorisches, historische Techniken, verschiedene Untersuchungs- und Konservierungsmethoden. Dazu leisten sie oft ihre Ausbildung zum Restaurator über mehrere Jahre neben dem Berufsalltag und finanzieren sie komplett aus der eigenen Tasche. Das erfordert Disziplin und Organisation!

Der Unterschied scheint von den akademischen Kreisen hochgehalten zu werden. So wollen Museen lieber akademische Restauratoren. In der Denkmalpflege arbeiten Restauratoren im Handwerk oft unter der Anleitung eines akademischen Restaurators.

Läuft es darauf hinaus, dass akademische Restauratoren zukünftig Untersuchungen und Konzepterstellungen übernehmen, eher projektleiterische und überwachende Tätigkeiten ausführen? Wird es zukünftig so sein, dass nur noch die Restauratoren im Handwerk an das reale Objekt dürfen und hier Eingriffe vornehmen, während die Akademiker zusehen?

Wenn es in diese Richtung geht, ist es dann nicht umso wichtiger, dass wir jetzt schon stärker zusammenarbeiten, uns kennen lernen. Könnte man nicht Restauratoren im Handwerk auch gezielter an die Hochschulen holen, um z.B. historische Techniken zu unterrichten – sofern dies in den Lehrplänen enthalten bleibt.

Es ist dabei sehr erfreulich, dass im Berufsalltag bereits einige sehr fruchtbare Gemeinschaftsarbeiten von Restauratoren im Handwerk und akademischen Restauratoren stattfinden. Doch sollte dieses gemeinsame Verständnis bereits an den Hochschulen vermittelt werden. Schließlich haben wir doch alle das gleiche Ziel: die Erhaltung des kulturellen Erbes für die Gesellschaft.

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