Tagungsbericht

Vom Freitag, 6.11. bis Sonntag, 8.11.2015 richtete die VDR-Möbelgruppe in Würzburg die Tagung “transparente Oberflächen auf Holz” aus, an der rund 250 Fachleute aus Deutschland und dem umliegenden Ausland teilnahmen.  

In insgesamt 24 Vorträgen und abschließender Podiumsdiskussion, sechs Führungen sowie fünf Postern wurden Untersuchungsmethoden, -möglichkeiten, -ergebnisse, die jüngere Restaurierungsgeschichte und deren Auswirkung auf den heutigen Zustand von Möbeln thematisiert. Trotz eines ausgefallenen Vortrags und einer entfallenen Führung wurden in vielen Praxisbeispielen besondere Erhaltungsproblematiken von modernen Kunstharzlacken vermittelt.

Bei jedem Möbel müssen wir sorgfältig abwägen, ob ein Lack erhalten werden kann oder besser abgenommen werden sollte. Dabei sind besonders die transparenten Lacke des 20. Jh. noch nicht umfassend erforscht. Gerade die vielfach anzutreffenden Nitrocellulose-Lacke verstehen wir noch nicht richtig. Da ältere Lackoberflächen heute meist komplett verloren sind, haben wir auch keine Kenntnisse über das Alterungsverhalten natürlicher Überzugsmaterialien. Die bisherige Berufserfahrung hat aber schon deutlich gemacht, dass Lichtschutz, Klimastabilität, Vermeidung von Schadstoffen, Monitoring und ganz besonders die Dokumentation von Eingriffen und Materialien – wie in unserem Beruf allgemein – für den Erhalt eines fast unsichtbaren Objektbestandteils sehr wichtig sind.
Für eine so sorgfältige Arbeitsweise fehlt uns Restauratoren leider vermehrt die nötige Zeit. Denn die meisten Institutionen leiden unter chronischem Personalmangel. Somit ist auf unabsehbare Zeit auch nicht an die eigentlich so bedeutende Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlung unseres Berufes zu denken.

Diese Tagung hat meiner Meinng nach aber einen guten Impuls für unsere zukünftige Arbeit gelegt. So möchte die TH Köln restauratorische Erfahrungswerte rund um CN-Lacke sammeln und auswerten, um langfristig der Fachwelt eine Handreichung darbieten zu können.

Persönlich war es natürlich sehr schön, so viele lieb gewonnene ehemalige Kollegen wieder zu sehen, neue Kontakte zu knüpfen und neue Anregungen für meine eigene Arbeit zu sammeln.

Nun warte ich gespannt auf die verspochene Publikation.

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