In der Presse …

  
Ja, da ist sie mal wieder, die „Restauration“.

Wenn ich mir aber den Artikel über die Rekonstruktion der Goldenen Waage in der Frankfurter Altstadt durchlese, trifft dieser Begriff gleich zweifach zu:

Im rekonstruierten Gebäude soll später u. a. ein Café einziehen.

Und diese umfassende Rekonstruktion eines Gebäudekomplexes entspricht weniger einer Restaurierung im musealen Sinn – eben mehr einer Restauration.

Restauration bedeutet eigentlich die Wiederherstellung von Kräften durch Bewirtung mit Speis und Trank. Restauratoren erkennen an der Nutzung dieses Begriffes die Arbeitsqualität von Kollegen.

Von dem Trend der Stadt als historische Kulisse kann man halten was man will. Einerseits ist es schon erfreulich, wenn die Überreste historischer Bausubstanz erhalten bleiben – und dann noch ihrer ursprünglichen Funktion wieder (teilweise) zugeführt werden. Andererseits negiert es in gewisser Weise geschichtliche Ereignisse des 20. Jh. und suggeriert, dass die originale Bausubstanz ersetzbar ist – vielleicht sogar verbessert werden kann. Es zeigt aber auch, dass die Gesellschaft die Vergangenheit als Identitätsstifter braucht. Ohne altes Zeug geht es also nicht.

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