Stammbuch im Prachteinband

Als individuelles und kostbares Weihnachtsgeschenk habe ich für meine Mutter ein Stammbuch selbst gemacht.

Dafür habe ich zunächst am PC das Seitenlayout gestaltet: die persönliche Titelseite und dann eine beliebige Anzahl an Seiten für die Einträge über die Vorfahren. Druckt man dann Duplex zwei Seiten auf ein A3-Blatt, kann man daraus einfach Heftchen falten und hat mit dem A4-Format eine gute Größe zum Füllen der Einträge.

Da ich auf einem Laserdrucker das Papier bedruckt habe, konnte ich problemlos die Seiten in einem Sud aus Zichorie beizen. Nach dem Trocknen und Pressen der Seiten zwischen groben Handtüchern haben diese eine ziemlich überzeugende alte Anmutung. Für die Vorsätze wählte ich gelbliches, handgeschöpftes Hadernpapier aus und band anschließend alles nach klassischer Methode zu einem Buchblock zusammen. Zum späteren Einband passend habe ich oben und unten noch Kapitale in Grün/Gelb angebracht. Auch ein Band als Lesezeichen ist eingearbeitet. Zur Verbesserung der Stabilität habe ich noch ein helles Gewebeband auf den Rücken geleimt.

Für den Prachteinband hatte ich bereits konkrete Vorstellungen: er sollte aus grünem Samt sein, mit schwarzem Buchrücken, Metallecken und dem persönlichen Monogramm meiner Mutter. Dafür entwarf ich zunächst eines, das ich gut sticken konnte. Nach einer Probestickerei übertrug ich das Monogramm mit einer Papierkopie (am besten Seidenpapier) und Vorstichen aus gelbem Stickgarn auf die Samtvorderseite. Nach dem Entfernen der Papiervorlage begann die langwierige Stickerei mit einem Goldlahnfaden. Eine Empfehlung für Nachahmer: hinterlegen Sie den Bereich der Stickerei mit einem entsprechenden Gewebe, damit sich der Samt nicht zusammenzieht und Falten wirft. Der Stickfaden darf auch nicht zu lang sein und man sollte sehr großen Wert darauf legen, Knötchenbildung auf der Rückseite zu vermeiden.

Um die Buchdeckel am Buchblock zu befestigen, arbeitete ich Rillen aus, in die ich die Bünde leimte. Nach dem Glätten einiger Unebenheiten wurde der Samt vollflächig aufgeklebt und nach dem Trocknen die Kanten zum Buchrücken und zu den Vorsätzen „abrasiert“, damit der Flor die späteren Übergänge nicht stört. Den Buchrücken gestaltete ich mit schwarzem Kunstleder. Nachdem die Vorsätze angeklebt waren, habe ich noch aus goldenem Metallblech die Ecken befestigt und geprägt.

Zum Schutz des Prachteinbands habe ich dann noch eine passende Klappschachtel angefertigt. Und „schon“ war das besondere Geschenk zwei Tage vor Weihnachten fertig. Dabei hatte ich schon im Sommer begonnen …