Ein schwarzes Schaf

Schon viele Jahre hatte ich ein kleines Stück eines sehr interessanten Stoffes in meinem Schrank. Es war ein schwarzes Textil mit lockenförmigem Flor. Als Freunde mir dann mitteilten, dass sie Nachwuchs erwarten, wusste ich, was ich aus dem Textilstück mache: ein schwarzes Schaf!

Da ich kein Schnittmuster für ein Plüschtier hatte, habe ich mir anhand von eigenen Plüschtieren und Fotos im Netz überlegt, welche Stoffteile wie geformt sein müssen, damit sie dann – richtig zusammengenäht – einen erkennbaren Körper ergeben. Da der „Lockenstoff“ begrenzt war, hat er die Größe der Figur vorgegeben. Er sollte nur Torso und Kopf bilden. Beine, Arme, Ohren und Gesicht habe ich aus schwarzem Samtkord genäht.

Nächste Herausforderung war dann, bei den vielen Stoffteilen die Übersicht zu behalten und die richtigen Teile in der richtigen Reihenfolge zusammen zu nähen. Nur einmal musste ich eine Naht wieder auftrennen, weil ich ein Stück verkehrt eingefügt hatte.

Beim Nähen der Arme und Beine ist mir bereits bewusst geworden, dass die Einzelteile ruhig hätten etwas größer angelegt werden können. Viele Nähte konnte ich gut mit der Nähmaschine machen, an manchen kniffligen Stellen musste ich aber per Hand nähen.

Zum Schluss habe ich den Po des Schafs offen gelassen, um die Füllwatte noch überall gut Einstopfen zu können. In die Füße habe ich zuerst kleine Säckchen mit Kieselsteinen gegeben und die Beine dann nur locker gestopft, damit sie gut hängen können. Die Ohren sind ungefüllt, Kopf und Torso hingegen sehr fest gestopft. Bevor der Po von Hand zugenäht wird, habe ich noch ein Säckchen mit Kieseln eingelegt, damit der Schwerpunkt des Tieres niedrig ist und es gut sitzen kann.

Und so ist ein kleines schwarzes Schaf (mit geradem Rückgrat) entstanden. Augen, Nase und Mund habe ich aufgestickt, damit keine verschluckbaren Kleinteile vorhanden sind.

Insgesamt habe ich 1,5 Tage, viel Vorstellungskraft, Gehirnschmalz und Fingerfertigkeit dafür gebraucht.

Es gefällt dem Baby wohl sehr gut. Seine Mama berichtete mir, es erzähle dem Schaf permanent Geschichten. Da Kleinkinder wohl zunächst Kontraste besonders gut erkennen, scheint das Schaf voll ins Schwarze getroffen zu haben.