Ramses in Karlsruh


Noch bis zum 18.6.2017 zeigt das Badische Landesmuseum im Karlsruher Schloss eine Sonderausstellung zu Ramses.

Zur Einstimmung kann man vorher auf der Homepage ein kleines Spielchen spielen.

Das ist wirklich hübsch gestaltet und nett vertont, allerdings fand ich manche Spielsequenzen nicht selbsterklären. Da wusste ich erst einmal nicht, was ich zu tun hatte. Für meinen Geschmack ist es teilweise etwas langsam, dröge …

Mir erscheint dieses Spiel dennoch als sehr geeignet für Kinder – unter elterlicher Hilfe. Auf kurzweilige Art lernt man dabei etwas über altägyptische Bräuche und Glaubensvorstellugen.

Leider habe ich die Ausstellung noch nicht besuchen können. Hoffentlich ist sie genau so interessant, wie dieses nette Online-Spiel.

Stadt in Licht und Schatten. Historische Blicke auf Hildesheim

So lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung im Stadtmuseum Hildesheim, die dort noch bis zum 4.10.2015 gezeigt wird.

LichtundSchattenIm Rahmen des 1200-jährigen Jubiläums von Bistum und Stadt Hildesheim hat das Stadtmuseum mit dieser Ausstellung das ambitionierte Ziel, die große Sonderausstellung im Roemer- und Pelizaeus-Museum – welche das Mittelalter thematisiert – in die jüngere Geschichte (Ende 19. Jh. bis ca. 1970er) fortzusetzen.

Offensichtlich war diese Intention doch etwas zu ambitioniert, denn ich war ziemlich enttäuscht.

Eigentlich mag ich Fotoausstellungen, doch diese hat mich eher traurig gemacht und mich schon etwas beschämt, da sie wirkte, als sei sie unter Zeitmangel, Personalmangel und mangelnde Hingabe entstanden.

Es sind dort viele – wirklich viele! – Fotoabzüge, Glasplatten, Postkarten usw. zu sehen, die auch alle mit Zahlen versehen sind. Doch ich habe keinerlei Begleittexte gefunden, die mir mehr Infos gegeben hätten, wie Ort, Zeit, Material und Technik. So stand ich oft vor den Bildern und dachte: „Schön, aber wo genau könnte das nun in Hildesheim gewesen sein?“ Nur weil ich da mal sechs Jahre gelebt habe, kenne ich leider nicht alle Ecken. Nach etwa sechs solcher Bilder, war ich so sehr frustriert, dass ich immer schneller durch die Ausstellung gelaufen bin.

Dieser Umstand hat mich dennoch nicht darüber hinweg getäuscht, dass einige Bilder mehrfach wiederholt wurden – an den Wänden als Abzüge, Glasplatten, in einem Ordner und einer Dia-Show. Warum, war mir leider nicht verständlich. Und leider konnte ich auch nicht über die pixeligen Abzüge hinwegsehen.

Entschuldigung, aber in einer Fotoausstellung müssen die Bilder schon eine gewisse Qualität aufweisen oder man kann sie nicht so groß oder eben gar nicht zeigen.

Und die Dia-Show in dem niedlichen, abgetrennten Mini-Kino ist gut gedacht, aber leider nicht gut umgesetzt, wenn manche „Dateiformate nicht angezeigt werden können“, manche Bilder zu klein sind und man die Beschriftung suchen muss (die dann leider manchmal auch noch Tippfehler enthielt) oder die Bilder in ihrer Abfolge irgendwie durcheinander geraten sind.

Es tut mir wirklich leid dies sagen zu müssen, aber diese Sonderausstellung ruft für mich ganz laut um Hilfe. Sie ruft nach mehr Personal, das die Zeit hat, eine Ausstellung ordentlich vorzubereiten und umzusetzen. Denn auch Macken an Bilderrahmen und Wänden fallen auf und lassen vermuten, dass alles schnell und „mal eben nebenbei“ erfolgen musste.

Und das ist leider aktuell symptomatisch für die deutsche Museumslandschaft: Mit immer weniger Personal und Zeit versuchen wir, eine Sonderausstellung nach der anderen auf die Beine zu stellen – immer größer, immer sensationeller – um sinkende Besucherzahlen abzufangen. Leider leiden darunter neben dem Personal besonders auch die Kulturgüter und das alltägliche Geschäft. Da kommen Restauratoren halt kaum noch dazu, die eigenen Sammlungsbestände präventiv zu betreuen. Historiker haben kaum noch Zeit, die Sammlungsbestände zu erforschen und überhaupt erst einmal aufzuarbeiten.

Da möchte ich nun eine ganz provokante Frage in den Raum werfen:

Sollten wir in der momentanen wirtschaftlichen Lage dann nicht lieber einige Museen vorübergehend schließen und deren Personal in anderen bündeln, damit hier ein wissenschaftlich fundierter, konservatorisch schonender und öffentlichkeitswirksamer Umgang mit dem deutschen Kulturgut gewährleistet wird?

Hoffmann – ein Leipziger Tischler

Am 29.11.2014 wird im Grassi Museum in Leipzig eine sehr empfehlenswerte Sonderausstellung eröffnet:

„Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig. F. G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer“.

Flyer Grassi Museum LeipzigBis ich ein Möbel für diese Ausstellung restaurieren durfte, war mir der Name unbekannt. Dabei sind seine Möbel fertigungstechnisch höchst interessant, weil qualitativ sehr unterschiedlich.

Friedrich Gottlob Hoffmann (1741-1806) war Tischler, der seine Kundschaft aus Adel und Bürgertum mit englisch und französisch beeinflussten, klassizistischen Möbeln bediente. Ab 1796 war er als „Chursächsischer Hoftischler“ von den Auflagen der Tischlerinnung befreit und baute sich so zwei Werkstätten auf, in denen er bis zu 42 Mitarbeiter beschäftigte. Er entwickelte neue, rationellere Fertigungsmethoden und reagierte schnell auf Marktbedürfnisse. Neben aufwendigen Auftragsarbeiten produzierte er auch günstigere Möbel auf Vorrat, die er dann auf Messen ausstellte oder in seinen beiden bebilderten Katalogen bewarb.

Nach jahrelanger Forschung konnten Michael Sulzbacher und Peter Atzig diesem bisher recht unbekannten Tischler rund 80 Möbel zuschreiben, die in der Sonderausstellung des Grassi Museums bis zum 12.4.2015 gezeigt werden. Hier werden auch lange zerstreute Ensembles wieder zusammengeführt.

Die begleitende Monographie habe ich mir bereits vorbestellt und bin besonders auf die beigefügten, digitalisierten Werbekataloge Hoffmanns sehr gespannt.

Hoffentlich schaffe ich es rechtzeitig, auch die fertige Ausstellung zu besuchen, denn zur eröffnenden Tagung von VDR und mobile kann ich leider nicht.

Nutzen Sie also die Gelegenheit, diese besondere Ausstellung sowie das Grassi Museum in Leipzig zu besuchen. Nehmen Sie sich aber viel Zeit; die Dauerausstellung ist riesig!

Ausstellung: „Alt-Hildesheim wiederentdecken“

Noch bis zum 9.9.2012 läuft im Knochenhauer Amtshaus, direkt am Hildesheimer Marktplatz die Ausstellung „Alt-Hildesheim wiederentdecken“.

Heute habe auch ich es endlich einmal geschafft, diese Ausstellung zu besuchen und kann nur jedem raten, der noch kann: Schauen Sie sich diese Ausstellung an!

60 Aquarelle, drei Türklopfer, ein Buntglasfenster und Füllbretter erzählen auf einer Museums-Etage von der einstigen Schönheit Hildesheims von vor dem Zweiten Weltkrieg.

Die Aquarelle selbst sind von guter Qualität und sehr detailverliebt. Und das, was sie darstellen ist auch unglaublich spannend und detailliert.

Ich kannte schon den Ruf des früheren Hildesheims als schönste Fachwerkstatt Norddeutschlands – nun weiß ich auch warum.

Da schmerzt es wirklich sehr, wenn man sieht, was der Zweite Weltkrieg angerichtet hat…

Ein liebevoll zusammengestelltes Heftchen gibt verschiedentlich nähere Infos zu den dargestellten Gebäuden sowie zum Maler, dem Architekten Friedrich Richard Heyer (1862-1945).

Nur einen Kritikpunkt habe ich: Man hätte auf einem Stadtplan einzeichnen sollen, welche Orte genau dargestellt sind. Denn auch wenn ich nun fünf Jahre in Hildesheim lebe, kenne ich nicht jede Straße. Das geht anderen vielleicht auch so…

Aber alles in Allem eine schöne Ausstellung, die Sie sich noch anschauen sollten.